Das Kornworld.de-Interview 2015 mit Ray Luzier

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Foto-Credit: @tonyadams83

Das Interview lief für ca. eine halbe Stunde, bevor wir unterbrochen wurden. Deshalb konnte ich nicht alle Eure Fragen stellen.
Ich bin A (Alexander) und R ist (Ray). :-) Eure Meinungen sind erwünscht! (-:

A: Wie lief die Tour mit Slipknot bisher?
R: Super! Heute haben wir unsere letzte Show mit Slipknot hier in Birmingham. Letztes Jahr tourten wir schon gemeinsam in den Staaten. Die Tour war und ist sehr speziell, da wir viele unsere Beziehungen im Musik-Business dadurch pflegen. Heutzutage Arenen als Metal-Bands spielen zu können ist der Hammer! Es ist wundervoll zu sehen, dass es noch möglich ist, Arenen auszuverkaufen. Ein fantastisches Erlebnis. Wir haben vor kurzem „Sabotage“ von den Beastie Boys gecovert. Wir sind alle Brüder von früher.

A: Ja, das Cover hat viele Leute überrascht und sprachlos gemacht.
R: Ja, viele Leute sind abgegangen und das ist toll!

A: Viele Leute haben danach gefragt, warum Ihr Slipknot in Europa nur in Großbritannien supportet. Warum nicht auch woanders?
R: Ja, weißt Du… manchmal muss man weiterziehen und sein eigenes Ding machen. Wir haben letztes Jahr SEHR viel gearbeitet. Als Slipknot uns fragten sagten sie, dass es Slipknot ohne Korn nicht geben würde und deshalb haben wir es als Ehre angesehen, sie zu supporten und die Bühne zu teilen. Jetzt wo Korn ihr 20-jähriges Jubiläum haben, werden wir das Debutalbum in voller Länge spielen und machen das das erste Mal Mitte März zusammen mit Limp Bizkit im Forum in L.A. Wir brauchen deshalb eine Pause nach diesen Konzerten und dazu werden wir an einer neuen Platte schreiben.

A: Wie ist es für Euch die „Vorband“ einer anderen Band zu sein, wenn Ihr doch selbst Giganten in der Metal- und Hard-Rock-Szene seid?
R: Haha! Das ist okay. Korn ist seit 20 Jahren ein Headliner und das war auch beim Mayhem Festival so. Wenn Slipknot dann mit einem Nr.1-Album kommen ist es okay ab und an einander zu supporten. Support zu sein hält Dich auch wach und führt dazu, dass Du nicht größenwahnsinnig wirst. Aber hey – wir waren die ersten, die sofort und gerne „Ja“ gesagt haben. Demnach überhaupt kein Problem! Wir haben ein paar Headliner-Dinge im Kommen und wenn man bedenkt, dass es Korn seit 20 Jahren gibt, die Band seit 20 Jahren tourt und ich auch die letzten 8 Jahre dabei bin und man dann sieht, wie gut es läuft, kann man sich wirklich nicht beschweren.

A: Wenn Du Dir Deine eigene Vorband aussuchen dürftest, welche wäre das?
R: Ich höre sehr viel verschiedene Musik. Wenn ich eine Band nennen sollte, dann würde ich die Deftones wählen.

A: Ja? Ich sah sie vor ein paar Jahren in Hamburg – das Konzert war der Hammer.
R: Ja, genau. Die Deftones würden gut zu uns passen vom Stil und von der Energie. Aber es gibt so viele Bands da draußen, die zu Korn passen könnten. Ich nenne es nicht Nu-Metal, Hard-Rock, Rock oder anderes. Ich nenne unseren Sound „Korn“, weil es nicht viele Bands gibt, die wie Korn klingen. Sogar Cee-Lo Green war einmal unsere Vorband – es ist einfach Musik, weißt Du.

A: Was können wir vom Konzert in Köln erwarten?
R: Wir haben momentan einen super Groove. Wir haben eine tolle Show und sind in einer super Verfassung sowohl musikalisch als auch persönlich, demnach könnt Ihr Euch auf das Konzert freuen! Wir sind fokussierter denn je. Wenn wir unsere Fans bei den Meet & Greets treffen und Leute, die sagen, dass sie uns zum 15. oder 20. Male sehen und sagen: „Wow, ihr seid echt super drauf!“, anstatt „Ihr seht aber müde aus.“, heißt das, dass wir immer noch das Feuer in uns haben. Vor den Fans kann man nichts verbergen. Sie sehen, ob wir einen schlechten Tag oder eine schlechte Tour haben. Deshalb ist es wichtig für uns, ihnen Etwas zurück zu geben. Sie sind der Grund, dass es uns gibt, deshalb geben wir immer alles!

A: Welche Lieder spielt Ihr?
R: Wir machen ein Set, wo wir Lieder von fast allen Platten mischen.

A: Warum nicht jetzt schon die Debutplatte?
R: Das machen wir ab März. Ich weiß, dass sich die Fans dieses gewünscht hätten, aber für uns war es am einfachsten, an einem Set festzuhalten.

A: Was kannst Du uns zu den Konzerten sagen, wo Ihr nur das Debutalbum spielt?
R: Wir haben die meisten Lieder geprobt und drauf, aber vor allen Dingen das Lied „Daddy“ ist speziell, da Jonathan das Lied noch nie LIVE gesungen hat. Jetzt ist aber, laut ihm, so viel Zeit vergangen, dass er das Lied wieder singen kann. Viele Leute werden überrascht sein, wenn er das Lied singt und der Text handelt von seinem Trauma und ist wirklich nicht ohne. Viele Bands spielen ihre ganzen Alben, wie z.B. Janes Addiction vor kurzem.  Korn’s Debutplatte ist wirklich speziell und als ich selbst Fan war und in der J.K. Lee Band war und das Album das erste Mal 1994 hörte, wusste ich schon, dass das Album die Musiklandschaft verändern wird und jetzt 20 Jahre später spiele ich das Album mit der Band, von der ich Fan war. Ist schon lustig!

A: Werden wir so ein Konzert auch in Deutschland erleben können?
R: Ich hoffe es, Mann! Aber das hängt, wie immer, von unseren Bookingagencies ab. Es ist von ihnen abhängig zu sehen, wo wir zu viel und zu wenig gespielt haben, aber ich hoffe sehr, dass wir auch in Deutschland unser Debutalbum spielen können.

A: Ihr tourt die gesamte Welt. In wie weit unterscheiden sich die deutschen Fans von denen in Südamerika, den Vereinigten Staaten oder anderen Orten in Europa? Kann man an dem Publikum merken, in welchem Land man sich befindet?
R: Ja, genau. Es ist wirklich unterschiedlich. Ich selbst toure seit 22 Jahren. Wenn Du in Brasilien und dann ein paar Wochen später in Schweden spielst hast Du extrem unterschiedliche „Crowds“. Ich liebe die Deutschen Fans. Deshalb lieben wir Festivals wie Rock am Ring und Rock im Park, weil die deutschen Fans so speziell sind. Es ist schwer zu erklären. Sie sind einfach anders. Wenn Du in Argentinien spielst, laufen die Leute ansatzweise Amok. Die Deutschen Fans sind vom Anfang bis Ende dabei, in den USA sind die Fans 2, 3 Lieder dabei, dann gehen sie Bier holen und dann eine rauchen. So etwas siehst Du nicht in Deutschland. Die Fans sind mehr dabei. Die campen bis zu einer Woche vor den Festivals. Wahnsinn!

A: Als wir uns das letzte Mal sprachen, fragte ich Dich, welche fünf Dinge Du mit Dir auf eine einsame Insel nehmen würdest und sagtest: „Meine Verlobte, meinen Sohn, mein Schlagzeug, meinen iPod und Schokoladenkuchen/Kaffee als eins. Hat sich diese Liste seit dem geändert?
R: Ja, meine Verlobte und ich erwarten unser 2. Kind am 21. April… demnach…

A: Glückwunsch!
R: Danke, Mann! Ich bin total stolz! Wir alle haben mittlerweile Kinder und das ist sehr schön.

A: Toll!
R: Ja, total! 

A: Wie hart ist es, wenn man auf Tour ist und seine Familie vermisst?
R: Es kann sehr hart sein! Vor allem gegen Ende einer Tour. Wenn eine Tour losgeht, ist es nicht so schlimm, weil Du Dich auf die Tour freust und gespannt bist. Es ist ein zweischneidiges Blatt: Wenn Du zu lange zuhause bist, vermisst Du das Touren und wenn Du zu lange tourst vermisst Du Deine Familie. Glücklicherweise sind unsere Familien sehr verständnisvoll und unsere Lebenspartner sind super. Es ist nicht so, als ob wir wie Soldaten für 6 Monate am Stück weg sind, aber ein paar Monate am Stück können es werden. Wir nehmen unsere Familien manchmal mit auf Tour, um dem entgegenzuwirken.

A: Auf welchen Korn-Song, den Du selbst auch geschrieben hast, bist Du am meisten stolz?
R: Ich bin sehr auf die „The Paradigm Shift“ Platte stolz. „Love & Meth“ und unsere neue Single „Hater“ sind cool. Was mein Schlagzeugspiel angeht, so bin ich stolz auf das Lied „Victimized“. Ich mag auch immer noch Korn III. Die Arbeit mit Ross Robinson war sehr speziell. Wir wollten ihn umbringen.

A: Wieso wolltet Ihr ihn umbringen?
R: Er macht vor allem Sängern und Schlagzeugern die Hölle heiß. Die meisten Produzenten unterstützen Dich. Ross macht Dich nieder und will Dich verängstigen und das dann aufnehmen. Ich war viele Jahre ein Session-Drummer und so Etwas kannte ich nicht. Heruntergemacht zu werden war mir neu. Jonathan saß dann irgendwo und weinte und ich wollte nur noch raus, bevor ich ihm an die Gurgel gehe. Ab und an ist das eine gute Methode, um das Beste aus Musikern herauszuholen, ich sehe das ein wenig anders.

A: Wie war’s dann mit Don Gilmore bei „The Paradigm Shift“?
R: Don ist total cool. Er hat unter anderem Linkin Park und Jay-Z produziert und ist bekannt dafür, einen super Gesang- und Schlagzeugsound zu machen. Viele der Lieder sind sehr persönlich für uns geworden und Don war sehr gut darin, das Beste aus uns herauszuholen.

A: Es gibt Gerüchte über ein neues Album. Was kannst Du uns darüber sagen?
R: Wir werden definitiv im Spätsommer Lieder schreiben und hoffen, dass das dann zu einer neuen Platte führt. Wir sind aber alle so produktiv. Ich bin bei Jonathans anderem Nebenprojekt an den Drums und dazu bin ich mit KXM unterwegs und wir haben noch kein Konzert gespielt, dafür läuft der Verkauf der Platte aber sehr gut. Wir hoffen, bald mit KXM touren zu können. Wir haben sogar ein Angebot für „Rock on the Range“ in den USA bekommen. Ich wurde angerufen und ich sagte dem Typen „Ich bin der Verkehrte, wenn Du Korn buchen willst.“ – „Korn? Nein, ich will KXM buchen.“ – Wirklich eine Ehre, angeboten zu bekommen, das gesamte Festival zu eröffnen. Sage Deinen Lesern, dass man unsere Platte kaufen kann und auf YouTube gibt’s viele Videos von uns.

A: Letztes Mal fragte ich Dich nach Deinen absoluten Top-5-Lieder aller Zeiten und Du sagtest Du hättest diese Frage noch nie zuvor gestellt bekommen und konntest die Frage nicht beantworten, da Du sagtest, dass so Etwas von der eigenen Stimmung und vielem mehr abhängt… jetzt aber spontan… Ray! Deine Top-5-Lieder aller Zeiten?
R: So bizarr! Lass mich nachdenken. „That’s the Way“ – Led Zeppelin. Kommt mir spontan in den Kopf. Ich habe 20.000 Lieder auf meinem iPod. Ich suche jetzt nach Liedern, die mir Etwas bedeuten. Zum Beispiel die Band Rush. So technisch wie sie nun sind sie eine super Band und erinnern mich an mich selbst. Auch ich werde Musik machen, bis ich tot umfalle. Rush mit „Red Barchetta“ ist ein weiteres Lied für die Liste. Das Lied bedeutet mir viel. Wird eine lustige Liste! Kashmir von Led Zeppelin. Man… schwer! Bevor wir den Cut kriegen.

A: Ich kann Dir meine Spontanen geben. Zum Beispiel die Four Tops mit „I can’t help myself“
R: Siehste! Genau das ist so ein Lied! Zeitlos!
A: Weiter The Who mit „Won’t get fooled again“.
R: Genau! Keith Moon Fan?
A: Keith Moon Fan! – Queen mit „Bohemian Rhapsody“ – Ich habe aber auch System Of A Down mit „Chop Suey“ und Rage Against The Machine mit „Bombtrack“ auf der spontanen Liste…
R: Ganz Deiner Meinung, Mann! „People Of The Sun“ von Rage Against The Machine muss auch auf die Liste! Aber Four Tops! Cool! Ich höre auch gerne James Brown. Du hast immer gute Laune, wenn Du so eine Musik hörst. „People = Shit“ von Slipknot. Nein, Spaß beiseite! Wie heißt das Lied von den Stones?
A: „Start me up“?
R: Nein.
A: „Satisfaction“?
R: Nein, das andere! Dieser Klassiker….
A: „She’s a rainbow“?
R: JA! GENAU!
A: Und das letzte Lied?
R: Lass mich schauen. Ich habe so viele Lieder auf meinem iPod. Jetzt schaue ich mir The Who an, nachdem Du sie nanntest. Tolle Band! Ach ne, weißt Du was? Ozzy Osbourne mit „Flying high again“. Wenn ich diese Gitarre höre, Wahnsinn. Ich habe das Lied einmal selbst gespielt. Tolles Gefühl. Eine merkwürdige Liste.
A: Nicht merkwürdig, spontan. 
R: Ja, stimmt.

A: Warum ist Dein Kit in Europa immer kleiner als in den Staaten?
R: Haha! Ja, stimmt. Für die Debutalbumshows wollen wir das Schlagzeug noch weiter runterfahren. Nur eine Base-Drum. In den Staaten habe ich ein bißchen mehr. Wir haben zwei komplette Toursets: Eines in den Staaten und eines in Hannover. Es ist zu teuer den Kram hin und her zu fliegen. Von den Versicherungen ganz zu schweigen. In den USA habe ich dieses Monster-China-Becken, das von Mr. Saw-Blade-Head designt wurde. Cooles Teil! Und so ein Ding fliegst Du nicht hin und her. Ich weiß aber nicht, warum das Kit in Europa kleiner ist. Es gibt eigentlich keinen bestimmten Grund.

A: Abschlussfrage: Auf welches Lied vom Debutalbum freust Du Dich am meisten auf der kommenden Tour?
R: Schwierig! Ich mag all die Klassiker: „Blind“, „Ball Tongue“ usw. Ich freue mich auf „Fake“! Alles an dieser Platte ist so heavy! Die Aufnahme hat eine Drummaschine bei „Helmet in the Bush“. Wir machen das LIVE jetzt aber anders. Eines meiner Lieblingslieder. „Faget“ wird auch cool. Es wird verrückt werden!

A: Wunderbar! Vielen Dank für Deine Zeit, Ray! Mach’s gut und bis zum nächsten Mal!
R: Vielen Dank, Kumpel! Alles Gute! Bis denn!


6 Responses to “Das Kornworld.de-Interview 2015 mit Ray Luzier”

  • apsalot Says:

    Hey wasn hier los ?? Keine neuen Post zum kommenden Album beziehungsweise das schon 2 aktuelle Single Auskopplungen erschienen sind als Vorgeschmack zum Album namens:the serenity of suffering??

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  • Petermänchen Says:

    Na da kann man doch wirklich nur hoffen, dass die Männers es mit der Debutalbum-Tour auch nach Deutschland – vorzugsweise Hamburg – schaffen :)

    • Denisha Says:

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